Beispielloser Bürgerprotest

Fulminanter Start eines beispiellosen Bürgerprotests:

Die Stadt Overath plant – wie bereits mehrfach in der Presse nachzulesen – neue Wohngebiete in Overath z.B. Rappenhohn. Hier sollen wertvolle Landschaftsschutzgebiete zu Bauland erklärt werden.

Die Bürgerinitiative Landschaftsfreunde Overath Rappenhohn, hat jetzt in kürzester Zeit über 500 Unterstützer mobilisiert. Mit einem Flugblatt werden alle Bürger über die Pläne wie auch über die heimliche und intransparente Vorgehensweise der Stadt informiert.

Die Reaktion in den Gesprächen war überwiegend Entsetzen und Empörung: 90% der angesprochenen Overather Bürger unterstützen die Bürgerinitiative . Wollen wir zukünftig mehr Verkehr auf dem Ferrenberg und in Heiligenhaus? Reicht unsere Infrastruktur in Overath für zusätzlichen Verkehr, Plätze in Schulen und Kindergärten usw.? Weiter verstopfte Straßen und zunehmend fehlende Parkplätze in Overath?

Und: bleibt es bei 50 – 70 neuen Haushalten? Oder sollen es doch deutlich mehr werden? Overather Bürger fragen sich, gibt es einen Stadtentwicklungsplan und eine Information über die Bevölkerungsentwicklung? Wurde der Demographie – Bericht der Bertelsmann Stiftung berücksichtigt, der für Overath eigentlich einen Bevölkerungsrückgang von ca. 4 % prognostiziert? Oder geht es nicht vielmehr um die neue Ansiedlung von Bürgern, die heute gar nicht in Overath wohnen? Sollen wir Overaths schönste Seite, unsere Natur, opfern, um Kölner Probleme zu lösen? Gibt es Untersuchungen über die Auswirkungen auf die Infrastruktur und den Landschafts – und Naturschutz?

Als einer der ersten Kleinstädte in Nordrhein Westfalen hat Overath eine Umweltzone. Die angesprochenen Bürger sehen es als Schildbürgerstreich, dann mehr Menschen in Overath ansiedeln zu wollen und mehr Verkehr nach Overath zu holen.

Die Bürgerinitiative Landschaftsfreunde Overath Rappenhohn (www. rappenhohn.de) bekam eine sehr eindeutige Rückmeldung: Overather Bürger wollen in Prozesse, die solche Auswirkungen auf die Infrastruktur und das Erscheinungsbild der Stadt haben, VOR den Entscheidungen eingebunden und informiert werden! Dringlichkeitsbeschlüsse, die dann im Nachhinein vom Stadtrat legitimiert werden müssen, haben einen bitteren Beigeschmack (der Kölner Stadtanzeiger berichtete ). Nach der letzten Kommunalwahl hätte man sich sehr über das Versprechen des Bürgermeisters gefreut, mehr Bürgernähe und – information, Transparenz und Demokratie anzubieten. Die Enttäuschung sei jetzt sehr groß, aber man hoffe doch, dass der Stadtrat den Mut hat, offensichtliche Fehlentscheidungen zu revidieren und den Overathern ihre Landschaftsschutzgebiete zu lassen. Oder wurden die Grundstücke schon unter der Hand Geschäftsleuten als Investitionsobjekt versprochen ?

Was hier gerade passiert: Ein landschaftlich magisches Fleckchen wird aufgrund von niedrigen Zinsen und Investitionsstaus geopfert.

Wenn nichts mehr geht auf Overaths Straßen, wenn wegen zu hoher Luftverschmutzung Fahrverbote ausgesprochen werden, wenn der Straßen verkehr in Heiligenhaus und am Ferrenberg weiter zunimmt – dann wissen Sie , woran es liegt !