Informationsveranstaltung zum Bebauungsplan Nr. 143 „Overath-Rappenhohn“

Die Stadt Overath veröffentlicht fast 2 Monate nach dem Beschluss des Bauausschusses auf ihrer Internetseite den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 143 „Overath-Rappenhohn“

Hier geht es zur öffentlichen Bekanntmachung.

Folgenden Hinweis können Sie der Bekanntmachung entnehmen:

Zum Zwecke der frühzeitigen Unterrichtung der Öffentlichkeit findet am 22.05.2018 um 18 Uhr im Bürgerhaus der Stadt Overath, Hauptstraße 30 eine Informationsveranstaltung zum Bebauungsplan Nr. 143 „Overath-Rappenhohn“ statt.

Stellungnahmen müssen bis zum 05.06.2018 (innerhalb von 14 Tagen) schriftlich oder zur Niederschrift im Planungs- und Bauordnungsamt der Stadt Overath, Hauptstr. 10, vorgebracht werden.

Informieren Sie sich schnellst möglich über die Pläne der Stadt! Nach 2 Monaten ohne Information an die Bürger, wird nun im beschleunigten Verfahren die Bebauung umgesetzt. Sie haben nur 14 Tage Zeit, Einwände oder Stellungnahmen einzubringen…

Offener Brief an den Overather Bürgermeister und Beigeordneten

Die Stadt Overath plant, den im Bau- Planungs- und Umweltausschluss am 21.11.2017 beschlossenen Aufstellungsbeschluss für das Baugebiet Rappenhohn aufzuheben und in der nächsten Sitzung am 20.03.2018 durch einen neuen Aufstellungsbeschluss und zugleich Offenlagebeschluss zu ersetzen.

Weshalb wird der bestehende Aufstellungsbeschluss aufgehoben, ersetzt und sogar noch erweitert?

Diese Verfahrensweise ist für viele Overather Bürger überraschend und nicht nachvollziehbar.

Gestern Abend verschickte Markus Lappe daher folgenden Brief an den Overather Bürgermeister, den zuständigen Beigeordneten der Stadt und die Fraktionsvorsitzenden, in dem er die Hintergründe zu dieser Vorgehensweise erfragt und die notwendige Bürgerbeteiligung und Transparenz einfordert:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrter Herr Bürger,

ich nehme Bezug auf eine Mail von Herrn Bürger vom 14.03.2018, in der er ankündigt, dass der Aufstellungsbeschluss „Rappenhohn“ aufgehoben und in der Sitzung des BPU am 20.03.2018 durch einen Aufstellungs- und Offenlagebeschluss ersetzt werden soll. Abgesehen davon, dass ich mich frage, in welchem stillen Kämmerlein und von welchem Kreis das wieder beschlossen wurde, kann ich davor nur eindringlich warnen.

Nach § 3 Abs. 1 BauGB ist die Öffentlichkeit im Bauleitverfahren möglichst frühzeitig zu unterrichten. Das muss ich Ihnen doch nicht erklären. Das geschieht durch die öffentliche Bekanntmachung des Aufstellungsbeschlusses. Danach können und sollen sich die Bürger frühzeitig beteiligen. Erst danach erfolgt nach § 3 Abs. 2 BauGB ein Offenlagebeschluss. So sieht es das Gesetz vor. Aber nicht so in Overath.

Der Aufstellungsbeschluss datiert vom 21.11.2017. Die gesetzlich vorgeschriebene Unterrichtung der Öffentlichkeit hat auch fast vier Monate später noch nicht stattgefunden. Und jetzt wollen Sie diese Stufe sogar ganz wegfallen lassen? Jetzt wollen Sie ernsthaft direkt einen Offenlagebeschluss verabschieden? Bei einem hoch umstrittenen und politisch brisanten Baugebiet wie in Rappenhohn? Auch wenn ein Verstoß gegen die frühzeitige Unterrichtung der Öffentlichkeit keine rechtlichen Konsequenzen hat, hätte ich doch die Hoffnung, dass sich Rat und Verwaltung an Recht und Gesetz gebunden fühlen. Was Sie vorhaben, sind kommunalpolitische Taschenspielertricks.

Es gibt Gründe für und (aus meiner Sicht die besseren) Gründe gegen die Bebauung. Aber hier muss die Öffentlichkeit eingebunden werden. Nur Transparenz schafft Akzeptanz.

Angabegemäß verfügt die Verwaltung nicht über genug Mitarbeiter, um ein Baulückenkataster und einen aktuellen Flächennutzungsplan zu erstellen. Seit Jahren. Aber offensichtlich verfügt sie über genug Mitarbeiter, um das Baugebiet Rappenhohn in Rekordzeit durchzupeitschen. Mit möglichst geringer Beteiligung der Öffentlichkeit. Augen zu und durch?

Vielleicht sitzen wir in fünf Jahren zusammen und sprechen über die unrühmliche Vergangenheit. Als Baugebiete ohne Beteiligung der Öffentlichkeit durchgesetzt wurden. Als Gutachten in Auftrag gegeben wurden, wie man bei kommunalen Gesellschaften (SEGO) möglichst umfassend Nicht-Öffentlichkeit herstellen kann. Aber das war ja früher. Mit dem alten Rat. Und den alten Ratsmitgliedern. Das würden wir heute natürlich anders machen. Es wäre aber schön, wenn wir heute schon weiter wären. Wenn Transparenz und Bürgerbeteiligung nicht nur im Wahlkampf ernst genommen würden. Das gilt für Baugebiete ebenso wie für die kommunalen Gesellschaften. Betrachten Sie die Bürger doch nicht nur als Störenfriede, sondern nehmen Sie sie ernst.

Mit freundlichen Grüßen
Markus Lappe

Beispielloser Bürgerprotest

Fulminanter Start eines beispiellosen Bürgerprotests:

Die Stadt Overath plant – wie bereits mehrfach in der Presse nachzulesen – neue Wohngebiete in Overath z.B. Rappenhohn. Hier sollen wertvolle Landschaftsschutzgebiete zu Bauland erklärt werden.

Die Bürgerinitiative Landschaftsfreunde Overath Rappenhohn, hat jetzt in kürzester Zeit über 500 Unterstützer mobilisiert. Mit einem Flugblatt werden alle Bürger über die Pläne wie auch über die heimliche und intransparente Vorgehensweise der Stadt informiert.

Die Reaktion in den Gesprächen war überwiegend Entsetzen und Empörung: 90% der angesprochenen Overather Bürger unterstützen die Bürgerinitiative . Wollen wir zukünftig mehr Verkehr auf dem Ferrenberg und in Heiligenhaus? Reicht unsere Infrastruktur in Overath für zusätzlichen Verkehr, Plätze in Schulen und Kindergärten usw.? Weiter verstopfte Straßen und zunehmend fehlende Parkplätze in Overath?

Und: bleibt es bei 50 – 70 neuen Haushalten? Oder sollen es doch deutlich mehr werden? Overather Bürger fragen sich, gibt es einen Stadtentwicklungsplan und eine Information über die Bevölkerungsentwicklung? Wurde der Demographie – Bericht der Bertelsmann Stiftung berücksichtigt, der für Overath eigentlich einen Bevölkerungsrückgang von ca. 4 % prognostiziert? Oder geht es nicht vielmehr um die neue Ansiedlung von Bürgern, die heute gar nicht in Overath wohnen? Sollen wir Overaths schönste Seite, unsere Natur, opfern, um Kölner Probleme zu lösen? Gibt es Untersuchungen über die Auswirkungen auf die Infrastruktur und den Landschafts – und Naturschutz?

Als einer der ersten Kleinstädte in Nordrhein Westfalen hat Overath eine Umweltzone. Die angesprochenen Bürger sehen es als Schildbürgerstreich, dann mehr Menschen in Overath ansiedeln zu wollen und mehr Verkehr nach Overath zu holen.

Die Bürgerinitiative Landschaftsfreunde Overath Rappenhohn (www. rappenhohn.de) bekam eine sehr eindeutige Rückmeldung: Overather Bürger wollen in Prozesse, die solche Auswirkungen auf die Infrastruktur und das Erscheinungsbild der Stadt haben, VOR den Entscheidungen eingebunden und informiert werden! Dringlichkeitsbeschlüsse, die dann im Nachhinein vom Stadtrat legitimiert werden müssen, haben einen bitteren Beigeschmack (der Kölner Stadtanzeiger berichtete ). Nach der letzten Kommunalwahl hätte man sich sehr über das Versprechen des Bürgermeisters gefreut, mehr Bürgernähe und – information, Transparenz und Demokratie anzubieten. Die Enttäuschung sei jetzt sehr groß, aber man hoffe doch, dass der Stadtrat den Mut hat, offensichtliche Fehlentscheidungen zu revidieren und den Overathern ihre Landschaftsschutzgebiete zu lassen. Oder wurden die Grundstücke schon unter der Hand Geschäftsleuten als Investitionsobjekt versprochen ?

Was hier gerade passiert: Ein landschaftlich magisches Fleckchen wird aufgrund von niedrigen Zinsen und Investitionsstaus geopfert.

Wenn nichts mehr geht auf Overaths Straßen, wenn wegen zu hoher Luftverschmutzung Fahrverbote ausgesprochen werden, wenn der Straßen verkehr in Heiligenhaus und am Ferrenberg weiter zunimmt – dann wissen Sie , woran es liegt !

Flugblatt der Bürgerinitiative

STOPPT DEN WAHNSINN!

Keine neuen Skandale in Overath!

Unfassbar: Ohne Einbindung der Öffentlichkeit hat der Stadtrat beschlossen, große Teile des Landschaftsschutzgebietes Rappenhohn zum Baugebiet zu deklarieren. Ohne Bürgerbeteiligung wurde die Fläche von der SEGO (Stadtentwicklungsgesellschaft Overath) gekauft – für 60 € pro qm, obwohl der durchschnittliche Verkaufspreis für Ackerland in NRW bei 4,45 € liegt.

Unglaublich: Dieser Kauf wurde per Dringlichkeitsbeschluss von den Vertretern der CDU, SPD, FDP und BfO genehmigt. Einige Ratsmitglieder fühlten sich überrumpelt. Der Verkäufer erhielt im gleichen Vertrag das Versprechen einer Baugenehmigung! Und das in einem für Bebauung nicht vorgesehenen Außenbereich in Rappenhohn.

Unüberlegt: Bereits verfügbares Bauland an anderer Stelle ist nicht erfasst worden, eigentlich eine Pflicht bevor man Landschaftsschutzgebiete zerstört. Ein Stadtentwicklungsplan, eine Information über die Bevölkerungsentwicklung und die Auswirkungen auf Infrastruktur, Luftreinhalteplan und Landschafts-und Naturschutz liegen nicht vor!

Unerklärlich: Wir fragen uns, warum das Landschaftsschutzgebiet Rappenhohn plötzlich so interessant ist, hat die Stadt doch in den letzten 2 Jahren Grundstücksangebote von Ortsansässigen dankend abgelehnt mit der Begründung, dass kein neuer Wohnraum nötig ist? Der Demographie Bericht der Bertelsmann Stiftung sagt einen eindeutigen Bevölkerungs-rückgang voraus – wozu dieser Bauwahn? Wird Overath stillschweigend Spekulanten geopfert?

Undemokratisch: Ist es demokratisch, wenn die SEGO Geschäfte für unsere Stadt tätigt, aber keine Transparenz gewährleistet? Die SEGO GmbH schuldet den Bürgern aufgrund ihrer Rechtsform keine Rechenschaft, sichert ihre Geschäfte aber mit unseren Steuergeldern ab. Wir Overather haben den Stadtrat bei der letzten Kommunalwahl gewählt, um mehr Transparenz und Bürgernähe zu haben – und jetzt DAS?

Nicht noch mehr Verkehr in Heiligenhaus und am Ferrenberg

  • Sauberes und transparentes Handeln der Politik und Verwaltung in Overath
  • Offenlegung aller SEGO Tätigkeiten
  • Rückabwicklung des fragwürdigen Kaufvertrages
  • Bürgerbeteiligung bevor die Stadt unser Geld ausgibt
  • Keine Spekulationen auf Kosten unserer Natur, um kurzfristige Gewinne zu erzielen!

Ganz Overath ist betroffen! Wehren wir uns!

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Hier gibt es das aktuelle
Flugblatt zum Download: PDF

Overath wird Opfer seiner Attraktivität

Für Gewerbe- und Wohnbebauung werden Landschaftsschutzgebiete geopfert

Die Sache ist vertrackt: Overath ist als Wohndomizil wegen seiner Nähe zu Köln und seiner noch spürbar vorhandenen Natur beliebt, nicht nur private Bauherren, auch Gewerbetreibende stehen Gewehr bei Fuß, mit billigem Geld erschlossenes Bauland zu entern. Doch das ist knapp, zu knapp zur Befriedigung der Nachfrage. Einerseits.

Andererseits gibt es in weiten Teilen der Overather Bevölkerung getreu den Zielen des vor einigen Jahren erstellten Leitbilds der Stadt den Wunsch, den ländlichen Charakter nicht durch das Erschließen immer neuer Baugebiete aufs Spiel zu setzen.

Was also tun? Die Nachfrage zu ignorieren fällt dem Rat und der Verwaltung der Stadt Overath offenbar schwer. Unbebaute Grundstücke innerhalb der Overather Ortskerne im Rahmen städtebaulicher Verdichtung – ein Gebot des Baugesetzbuches – zu erwerben, will oder kann sie nicht. Also geht die Stadt ans Tafelsilber: Sie greift auf ihre Landschaftsschutzgebiete zu und läuft damit Gefahr, genau das zu verspielen, was ihre Attraktivität ausmacht. Von dem Effekt einer Haushaltssanierung durch Wachstum kann auch nicht zwingend ausgegangen werden.

Doch der Reihe nach: Seit der Jahrhundertwende ist Overath um 1.149 Einwohner gewachsen (Stand Dezember 2015). Von 2000 bis heute haben sich 353 Betriebe zusätzlich angesiedelt, von ehemals 2.240 auf nunmehr 2.593. Zu der Nachfrage bei der Verwaltung, um wieviel mehr die bebaute Fläche im Overather Stadtgebiet im gleichen Zeitraum gewachsen ist, konnte oder wollte sie sich nicht äußern. Angesichts der Entwicklung der Bevölkerungszahl und der Anzahl der Gewerbebetriebe darf jedoch von einer nicht unertrheblichen Steigerung ausgegangen weden. Man könnte meinen, alles halb so schlimm, aber die Auswirkungen sind auch ohne die geplanten weiteren Maßnahmen bereits heute zu spüren: Der tägliche Stau auf der A4 Richtung Köln treibt Berufspendler in den kollektiven Wahnsinn, Politiker aller Couleur auf den diversen Ebenen verfielen in temporäre Schockstarre, als sie von einer möglichen Sperrung der A4 wegen unvermeidlichen Brückenneubaus in Untereschbach erfuhren. Das Bergische Land stand vor einem imaginären Verkehrskollaps mit allen Begleiterscheinungen der Überfüllung. Bereits kollabiert ist der Innenstadtbereich von Overath. Seit Jahren werden die Luftreinheitswerte regelmäßig soweit überschritten, dass die Bezirksregierung nicht anders konnte, als den Overather Rat zur Einführung einer Umweltzone zu verdonnern. Zuvor wurde der hilflos anmutende Versuch unternommen, die Zone durch den teuren Bau des Kreisels zu verhindern. Auch die Einrichtung der Umweltzone wird nach Einschätzung der meisten Experten an der notorisch dicken Luft in Overath nichts ändern. Es muss offenbar weiter abgewartet werden, bis sich in Rat und Verwaltung die Erkenntnis durchsetzt, dass die Aufnahmefähigkeiten Overaths begrenzt sind, dass weitere Baumaßnahmen die Probleme selbstredend weiter verschärfen und Overath langsam aber beständig seine Attraktivität dem Postulat des Wachstums preisgibt. Das wäre aus einem weiteren Grund verhängnisvoll.

Einem angeborenen Reflex gleich wird Wachstum als unabdingbare Voraussetzung wirtschaftlichen Fortschritts definiert. Für Kommunen bedeuten zusätzliche Gewerbe- und Wohnansiedlungen steigendes Steueraufkommen. Bezogen auf Overather Ziele liegt die Vermutung nahe, auf diesem Weg die missliche Lage des Nothaushalts überwinden zu wollen. Doch warum sollte in Zukuft gelingen, was schon in der Vergangenheit mächtig in die Hose gegangen ist? Die vergangenen Jahre haben trotz hoher Prosperität letztlich zu der haushalterischen Schieflage geführt, in der sich die Stadt heute befindet. Wachstum garantiert also keineswegs die Sanierung des Haushalts.

Trotz aller Hinweise durch die infrastrukturellen Überlastungen wollen Rat und Verwaltung sich mit der theorielastigen Frage der Grenzen des Wachstums aber offenbar nicht befassen. Einfacher scheint es zu sein, im Rahmen der überkommenen ökonomischen Lehre weiter auf die vermeintlich heilsamen Kräfte des Wachstums zu setzen. Mit offenem Ausgang.

Offen ist auch der Ausgang der Auseinandersetzung mit Bürgern, die den Umgang von Rat und Verwaltung mit den unter Landschaftsschutz stehenden Habitaten des Stadtgebietes leid sind. Seit Jahren kündigt die Stadt das Erstellen eines Katasters über den Bestand an bebaubaren Grundstücken an. Geschehen ist bisher nichts. Der klammen Kommune fehlen die personellen Ressourcen. In dem Wissen, dass sich daran so bald nichts ändert, greift sie der Einfachheit halber auf Landschaftsschutzgebiete zu und provoziert damit einen Großteil ihrer Bürger, deren Laune zuletzt bereits erheblich gelitten hatte, als ihnen der höchste Steigerungssatz der Grundsteuer B aufgebrummt wurde, den NRW-Kommunen bis dahin gesehen hatten. Nicht, um in die Zukunft zu investieren, sondern um die Folgen der Fehler aus den vergangenen Jahren hitziger Bautätigkeit in Overath zu lindern. Im aktuellen Grundsteuer-Ranking liegt Overath auf Rang drei aller NRW-Kommunen, die Bürger zahlen happig für ihre Habitate, die ihnen sukzessive genommen werden.

Welche Baupläne die Stadt in der jüngeren Zeit auch angestoßen hatte, es regt sich reflexartig Widerstand in der Bevölkerung. Im Ginsterfeld, ein landschaftliches Kleinod auf den Höhen Overaths, mit weitem Blick in Richtung Süden über das Aggertal, soll ein Gewerbegebiet entstehen. Die Reaktion erfolgte nach Bekanntwerden auf dem Fuße: eine Bürgerinitiative hat zumindest dazu beigetragen, diese fürchterliche und profane Verschandelung der Landschaft bis auf weiteres zu verhindern.

Obwohl sich Obereschbach nur schleppend verkaufte, scheint die Stadt unter Druck zu stehen und zaubert ein weiteres sakrosanktes Gelände aus dem Hut. Ausgerechnet im Überschwemmungsgebiet der Sülz soll es nun sein. Viel unglücklicher kann die Stadt nicht agieren, selbst der ehemalige Bürgermeister, in Bausachen kein Kostverächter, läßt sich unter den Mitgliedern der flugs gegründeten Bürgerinitiative blicken. Achtung, Wildwechsel.

Das jüngste Kind städtischen Findungsreichtums ist der Plan, in Overath Rappenhohn ein neues Siedlungsgebiet hochzuziehen. Im Eilverfahren hat die Stadtentwicklungsgesellschaft der Stadt Overath (SEGO), eine 100%ige Tochter der Stadt und mit öffentlichen Geldern operierend, in Umkehrung einer geordneten Reihenfolge das Land gekauft, bevor überhaupt die rechtlichen Grundlagen für eine Bebauung geschaffen sind. Konnte der Kauf des Grundstückes noch ohne Bürgerbeteiligung erfolgen, so wird es nun ernst: Im weiteren Verfahren muss Öffentlichkeit hergestellt werden. Die Bürgerinitiative „Landschaftsfreunde Overath Rappenhohn“ hat ihre Arbeit aufgenommen und geriert sich als Lobbyist für die Interessen Naherholungssuchender, spielender Kinder und selten um ihre Meinung gefragter, auch unter Artenschutz stehender Tiere.

Nur drei beispielhafte Vorhaben der Stadt – jeweils regt sich der Protest der Bürger. Nehmen Rat und Verwaltung die Bedürfnisse ihrer Bürger überhaupt noch wahr? Oder nur die Bedürfnisse derer, die es noch werden wollen?

Es gibt auch in Rappenhohn eine Menge guter Gründe, das Vorhaben nicht weiter zu verfolgen (Siehe dazu auch: www.rappenhohn.de). Aber schon die Gemeinsamkeiten aller drei Projekte reichen aus, sie im Sinne einer Bewahrung des Bestehenden, beziehungsweise einer Vermeidung der Verschärfung infrastruktureller Probleme zu verwerfen: Sie verbrauchen unter Schutz stehende Landschaft, sie zersiedeln das Stadtgebiet, sie mindern zunehmend die Wohn- und Lebensqualität, sie tragen zu weiterer Luftverschmutzung bei, sie verstärken die ohnehin verheerende Verkehrssituation entlang der A 4. Der Nutzen dagegen ist nicht ausgemacht.

Allein die quantitative Präsenz der Bürgerinitiativen und ihrer handelnden Personen sollte der Stadt Anlaß sein, ihre tradierten Entscheidungsmuster zu überdenken. Die Argumente liegen sowieso auf der Hand. Vielleicht hilft ein alter Wahlspruch: Weniger ist mehr.

Pressemitteilung des Bürgermeisters im Overather Mitteilungsblatt v. 01.09.2017

Im Overather Mitteilungsblatt vom 01.09.2017 war eine Pressemitteilung  unseres Bürgermeisters Jörg Weigt über die geplante Bebauung in Rappenhohn zu lesen.
Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.
Darin schreibt Herr Weigt: „Es wurden Gerüchte gestreut, Ängste geschürt und viele Halbwahrheiten verbreitet. …-..Dies habe ich sowohl in der Bürgerfragestunde in der letzten Ratssitzung, als auch in den Gesprächen in meinen Bürgersprechstunden und durch Rückmeldungen der Fraktionsvorsitzenden aus mit Ihnen geführten Gesprächen erfahren.“ Weiter führt unser Bürgermeister auf, dass er sich gewünscht hätte, uns lieber “ im Rahmen eines formellen Verfahrens voll umfänglich über die Planungen und die Auswirkungen, die sich hieraus für Sie ergeben, sachlich und richtig informieren zu können.“

Interessant ist, dass Herr Weigt im letzten Drittel seiner Pressemitteilung selbst Gerüchte streut. Unser Bürgermeister schreibt dort: „… nein – entgegen der Gerüchteküche ist keine Hochhausbebauung geplant. Und -nein-  es wird kein großes Wohngebiet.“

Es wäre bürgernah und situationsgerecht, auf sachliche Stimmen aus der Bürgerschaft einzugehen, anstatt besonders die Stimmen weniger Personen hervorzuheben, deren Aussagen sicher nicht die Kritik der überwiegenden Bürger widerspiegeln. Stattdessen erweckt Herr Weigt mit diesen Äusserungen den Eindruck, die tatsächlich grundlegenden Einwände bewusst zu ignorieren und seine Kritiker unqualifiziert und polemisch dazustellen.

Herr Weigt möchte das nach eigener Aussage „übliche Verfahren bei der Planung von Baugebieten … mit einer städtebaulichen Veränderung von gewissem Gewicht …“ anwenden. Nach diesem Verfahren soll nach dem Grunderwerb der bereits erfolgte, ein „Aufstellungsbeschluss im Bau-, Planung-, und Umweltausschuss“ gefasst werden. Dieser Beschluss wird anschließend den Bürgerinnen und Bürgern in einer öffentlichen Versammlung vorgestellt. Hierzu teilt unser Bürgermeister mit: „Anregungen und Wünsche der Bürgerschaft können dann – soweit möglich – durch eine Änderung des erfolgten Beschlusses berücksichtigt werden.“

Diagnose nach Operation?

Herr Weigt schreibt auf seiner Internetseite: „Ich stehe für Veränderung und Erneuerung und setze mich für den Dialog mit allen ein. Ich möchte mehr Kinder- und Familienfreundlichkeit, Transparenz und Ehrlichkeit,  Modernisierung und Weiterentwicklung und vor allen Dingen einen nachhaltigen Umgang mit Finanzen.“

Es soll ein Beschluss gefasst werden, der später – soweit möglich – geändert werden kann.

Sollte dem Beschluss nicht die Planung vorhergehen? Ein Beschluss ist eine Entscheidung nach reiflicher Überlegung. War wirklich ein Dringlichkeitsbeschluss nötig, bei einer „städtebaulichen Veränderung von gewissem Gewicht …“. Darüber hinaus wurden Land- und Umweltschutzrechtliche Aspekte noch NICHT geprüft. Die zuständigen Stellen haben auf schriftliche Anfrage bestätigt, dass bisher keine formelle Anfrage vorliegt.

Herr Weigt, Sie möchten für Veränderung stehen, für Transparenz und Ehrlichkeit und vor allen Dingen für einen nachhaltigen Umgang mit Finanzen.

In diesem Verfahren zeigen Sie keine Veränderung, stehen nicht für Transparenz, und an Ehrlichkeit lässt es auch vermissen, wenn Ihr Beigeordneter Ihnen im Bezug auf die Pläne in Rappenhohn widerspricht: Siehe Artikel im KStA.

Schlussendlich hätte ein nachhaltiger Umgang mit Finanzen bedeutet, ein formelles Verfahren mit einer Planung zu beginnen, nicht mit einem Beschluss.

Das bedeutet, es werden im Vorfeld Fragen über alternative Bauplätze, Fragen des Landschaft und Naturschutzes geklärt, bevor finanziell schwerwiegende Käufe getätigt werden.

Die Einbindung der Bürgerschaft ist Teil unserer demokratischen Prozesse! Der Stadtrat darf nicht über Dringlichkeitsbeschlüsse nichtöffentliche Entscheidungen treffen, die nachträglich über den Stadtrat legitimiert werden!

Der Wespenbussard lebt in Rappenhohn

von: Andreas Treptke

Was ist ein Wespenbussard?
Der Wespenbussard ist eine Vogelart aus der Familie der Habichtartigen. Er ist etwa so groß wie ein Mäusebussard. Die Art besiedelt den größten Teil Europas und das westliche Asien.
Der deutsche Name bezieht sich auf die besondere Nahrung, die vor allem aus der Brut sozialer Faltenwespen der Gattung Vespula besteht. Der Wespenbussard zeigt in Anpassung an diese spezielle Nahrung zahlreiche Besonderheiten, so sind die Nasenlöcher schlitzförmig, insbesondere das Kopfgefieder ist sehr steif und die Füße sind für eine grabende Tätigkeit optimiert. Die Art kommt erst sehr spät aus den afrikanischen Winterquartieren zurück, so dass die Jungenaufzucht in die Zeit der größten Häufigkeit von Wespen im Hochsommer fällt.

Der Wespenbussard ist….
wie alle europäischen Greifvogelarten über die Vogelschutzrichtlinie nach Anhang I und die Berner Konvention „streng geschützt“. Er ist nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen beziehungsweise der „EG-VO Nr. 338/97 zur Umsetzung der Washingtoner Artenschutzübereinkommens “ und nach der Bonner Konvention geschützt.

Eine Familie aus Rappenhohn hat vor ein paar Jahren ein Junges, dass aus dem Nest gefallen war, gerettet und der Vogelschutzwarte in Rösrath übergeben. Wespenbussarde benutzen ihren Horst über viele Jahre immer wieder.

Wespenbussard-Junges
Flugbild Wespenbussard
Grabefüße des Wespenbussards

Interessanterweise haben wir am 07.08.2017 eine Entdeckung an der Wiese Rappenhohn gemacht (Bild unten):
Hier könnt ihr sehen, wie der Wespenbussard an seine Nahrung kommt. Er gräbt sich bis zum Wespennest vor und holt die Waben der Wespen heraus um damit seine Jungen zu füttern.

gesehen: Overath-Rappenhohn

Dies ist ein eindeutiger Beweis, dass bei uns in Rappenhohn ein Wespenbussard brütet und derzeit seine Jungen mit Nahrung versorgt. Sicherlich können wir bald schon die Flugschule der jungen Wespenbussarde beobachten, wenn es uns gelingt werden wir dies mit einem Film dokumentieren.

 

 

Für alle Spaziergänger gilt: Genießt die schöne Landschaft und haltet die Augen offen, es gibt immer wieder Neues in unserer wertvollen Natur zu entdecken. 

Artikel im KStA: „Beigeordneter widerspricht Bürgermeister in Bezug auf Pläne für Rappenhohn“

Heute veröffentlichte der Kölner Stadt-Anzeiger wieder einen interessanten Artikel zum aktuellen Geschehen. Grund war die Ratssitzung, an der viele interessierte Overather teilnahmen, um sich über die aktuelle Lage zu informieren.

Herr Weigt war sichtlich genervt und ließ viele Fragen unbeantwortet. Hier geht es zum entsprechenden Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger:

Beigeordneter widerspricht Bürgermeister in Bezug auf Pläne für Rappenhohn – Quelle: http://www.ksta.de/27967706 ©2017